High-End-Handy mit Gestensteuerung - LG G8s ThinQ im Test

Hand ID und Air Motion: Das sind die besonderen Features des neuen LG G8s ThinQ. Damit steuert ihr das Smartphone, ohne es zu berühren. Wir haben getestet, ob das funktioniert und was das Handy für 750 Euro noch so kann.

Das G8s ThinkQ kommt mit einem spitzen 6,2-Zoll-OLED-Display, das sich mit starken Farb- und Kontrastwerten bestens für HDR-Filme eignet. Die Full-HD-Plus-Auflösung reicht völlig aus, nur die etwas breite Notch stört. Die hat aber einen bestimmten Zweck: Neben der Frontkamera sitzen hier nämlich noch ein Infrarot- und ein „Time of Flight“-Sensor. Die ermöglichen nicht nur eine 3D-Gesichtserkennung oder den Bokeh-Effekt, sondern erkennen auch Handvenen und Gesten. So könnt ihr das Handy mit eurer Handfläche entsperren und mit Handbewegungen steuern. Eine Bewegung nach links oder rechts startet Apps oder spielt Musik ab, eine Drehbewegung mit den Fingern regelt die Lautstärke. Das klingt alles cool und praktisch, funktioniert aber leider nicht immer zuverlässig.

Manchmal ist das eine ziemliche Fuchtelei bis mal etwas passiert. Eine wirkliche Innovation ist das Feature also nicht. Der Fingerabdrucksensor ist übrigens auch nicht im Display integriert, sondern sitzt wie gewohnt auf der Rückseite. In Sachen Performance weiß das LG allerdings abzuliefern: Der Snapdragon 855 ist super stark. Apps starten blitzschnell, mobile Spiele und das Handling an sich machen echt Spaß. Auch der Akku ist mit einer Laufzeit von fast 11 Stunden spitze. Das Laden dauert mit über zweieihalb Stunden aber vergleichsweise lang. Was die Kamera angeht, hat LG im Vergleich zum Vorgänger nachgebessert, doch wirklich überzeugen kann sie immer noch nicht. Neben einem Hauptsensor mit 12 Megapixel steht euch ein zweifach optischer Zoom und ein Ultraweitwinkel-Sensor zur Verfügung.

Einen optischen Bildstabilisator gibt es nicht. Bei Tageslicht sind die Fotos in Ordnung, es dürften aber mehr Details sein. Bei schwierigen Lichtverhältnissen lässt die Qualität leider ordentlich nach. Videos dreht ihr in 4K mit 60 Bildern pro Sekunde. Dank Tiefensensor könnt den Bokeh-Effekt auch in Videos anwenden. Was die Ausstattung betrifft, so ist wirklich alles dabei: induktives Laden, Wasserschutz, ein 128-GByte erweiterbarer Speicher und sogar ein klassischer Klinkenanschluss. Alles in allem ein gutes Paket, allerdings für 750 Euro. Wer auf das etwas unausgereifte „Spezialfeature“ Air Motion verzichten kann und eine bessere Kamera sucht, ist mit dem Galaxy S10 letztendlich besser bedient.

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