Smartphone mit Wechselakku - Fairphone 3 im Hands-On

Das Fairphone 3 ist anders als so ziemlich alle Smartphones. Damit meine ich nicht die Features, sondern die Herstellung. Fairphone setzt auf Nachhaltigkeit, gute Arbeitsbedingungen und faire Materialien. Wir konnten den Prototyp für euch mal ausprobieren. Ganz ehrlich: Schön ist das Fairphone jetzt nicht wirklich. Es ist relativ dick, auch das Display hat recht breite Ränder. Aber das ist auch eigentlich egal. Viel wichtiger ist der modulare Aufbau. Wenn das Display einen Sprung hat oder der Akku kaputt ist, müsst ihr das Handy nicht gleich wegwerfen, sondern könnt Ersatzteile einfach bestellen und selbst austauschen. Der passende Schraubenzieher ist übrigens in der Box mit dabei. Genauso nachhaltig ist auch die Herstellung. Fairphone achtet nach eigenen Angaben auf eine transparente Herkunft der Materialien wie Gold, Wolfram, Zinn und Kobalt –mit der Absicht, mehr recycelte Materialien einzusetzen und Ausbeutung zu verhindern. Ein super Ansatz.

Und was kann das Fairphone 3 aus fairen Materialien? Das Display mit 5,6 Zoll ist mit Full-HD-Plus-Auflösung ausreichend scharf und auch die Helligkeit finde ich top. Innen arbeitet ein Mittelklasse-Snapdragon zusammen mit 4 GByte RAM. Die Performance ist nicht die schnellste, aber vollkommen ausreichend. Als Betriebssytsem ist Android 9 am Start. Die Akku-Kapazität sollte auch passen. Und ich muss es nochmal betonen, weil es so cool ist: er ist austauschbar. Die 12-Megapixel-Kamera hat mich ehrlich gesagt überrascht. Erste Fotos sehen echt scharf und natürlich aus. Wenn das Licht abnimmt, nimmt das Bildrauschen etwas zu und Strukturen sind sehr weich. Insgesamt sind die Testfotos auf den ersten Blick ungefähr auf dem Niveau eines Google Pixel 3a XL.

Bis auf die Selfies, die sind nicht so gut und auch nicht so scharf. Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite ist neu. Er reagiert sehr schnell, ist aber nicht so gut zu erreichen. Dazu kommen ein Kopfhöreranschluss und ein echter Speicherkartenslot. Nicht dabei ist aber tatsächlich ein Ladegerät. Fairphone verzichtet ganz bewusst darauf, im Glauben, dass wir sowieso schon eins zu Hause haben. Wenn nicht, gibt’s das online. Schon mutig, aber in den meisten Fällen haben sie bestimmt recht. Das Fairphone kostet rund 450 Euro. Wenn man bedenkt was man für Flaggschiffe ausgibt, ist das echt ok. Und so gesehen investiert man nicht nur ins Smartphone, sondern auch in die Umwelt und Menschenrechte und damit in die Zukunft.

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